Das Wort zum Donnerstag

Das Wort zum Donnerstag

09.07.2026

Drehbuch

Wer schreibt das Drehbuch Ihres Lebens? Um welches Genre handelt es sich? Eher eine Komödie, mit Happy End? Oder ein Krimi und Sie suchen den Verbrecher, der sie bestohlen oder gar ermordet hat? Sind es Intrigen, die Ihr Leben zu einem Drama machen? Oder handelt es sich beim Drehbuch Ihres Lebens eher um einen Dokumentarfilm: Etwas langweilig, dafür informativ. Wünschen Sie sich vielleicht einen Erotikthriller? Manchmal mag das Leben einem Katastrophenfilm ähneln, wenn unvorhergesehene Ereignisse einem die Haare zu Berge stehen lassen.

Die Lebensgeschichte von Josef (zu lesen in 1.Buch Mose Kapitel 37-50) ist kein historischer Roman, sondern eher ein Actionfilm: Es geht um Eifersucht, Verrat, Trauma (der Vater denkt jahrelang, der Sohn sei tot), falsche Anschuldigungen und Gefängnisaufenthalt, Katastrophenfilm mit einer weltweiten Hungersnot und dem Überlebenskampf gegen die Natur – und final um Vergebung.

Der Hauptdarsteller, Josef, hatte sicherlich nicht vermutet, dass aus ihm, dem Lieblingssohn von zwölf (Halb-)Brüdern, der Vizekönig in Ägypten werden würde. Was sich wie ein Märchen oder Fantasy anhört, war zwischendrin hochdramatisch: Mordabsichten, Menschenhandel, falsche Beschuldigungen und am Ende Tränen und Versöhnung.

Den Kernsatz der Lebensgeschichte spricht Josef mit gelassener Reife aus. Ein Satz, der zu den mächtigsten Sätzen der gesamten Bibel (1.Mo.50,20) gehört: Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen. Kurz: Ihr gedachtet – Gott gedachte.

Das ist die göttliche Regie.
Die Brüder hatten einen bösen Plan.
Sie handelten aus purem Neid und Bosheit.
Die Jahre im Gefängnis waren hart.
Der Verrat hat wehgetan.
Aber Josef blickt tiefer.
Er sieht, dass Gott die Fäden in der Hand hielt.
Gott hat das Böse nicht bewirkt, aber benutzt.
Er hat die Bosheit der Brüder zugelassen und sie umgewandelt in Segen für Millionen Menschen während der siebenjährigen Hungersnot.
Katastrophenfilm und Familienserie – all in one.

Gott ist ein Meister darin, aus den Bruchstücken eines Lebens etwas Neues zu bauen. Wenn Menschen Steine in den Weg legen, Gott kann Brücken daraus bauen. Wenn Menschen in Sackgassen geraten, Gott kann Türen öffnen. Will heißen: Gott hat das letzte Wort. Am Ende steht nicht das Böse, sondern Gottes guter Plan. Weil Josef das verstanden hat, kann Josef seinen Brüdern, die Mordabsichten hatten, vergeben und ihnen Gutes tun.

Das Ensemble und das Bühnenbild suchen wir uns nicht unbedingt aus. Den roten Faden und die Story auch nicht immer. Aber: Der Regisseur der Reaktionen auf Ihr Drehbuch - sind Sie.

Bleiben Sie gesund und behütet.

Pastor Burkhard Heupel
Emmaus-Gemeinde

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