Das Wort zum Donnerstag

Das Wort zum Donnerstag

07.05.2026

Muttertag

Karten werden geschrieben. Blumen gekauft. Die Restaurants sind ausgebucht. Und der Himmel lächelt, wenn aufopfernde Liebe geehrt wird, denn: wir spiegeln das Herz Gottes wider.

Mutter sein beginnt oft mit einer Aufgabe: der Aufgabe des Schlafes, der Aufgabe persönlicher Pläne und der Aufgabe eines aufgeräumten Zuhauses. Mutter sein ist Freude, bedeutet aber auch Verletzlichkeit und schlaflose Nächte. Bedeutet: In Krankenhausfluren stehen, Zeiten der Rebellion überstehen und Nöte verstehen.

Mutter sein, das ist gelebte Theologie in der Küche und am Bett: Erste Gebete. Mütter sind Bewahrerinnen von Momenten: Erste Schritte. Erste Worte. Erste Herzschmerzgefühle. Mütter speichern Erinnerungen, auch die gewöhnlichen, wie kostbare Juwelen.

An Muttertag wird an die ratlose Mutter gedacht, die sich fragt, ob sie etwas falsch macht: Wenn Teenager mit Schulterzucken und Ein-Wort-Antworten kommunizieren. Erinnert wird an die Mutter erwachsener Kinder, die sich immer noch Sorgen macht: Die Liebe geht nicht in den Ruhestand. An die Großmutter, deren Knie vielleicht schmerzen, deren Gebete aber den Himmel beweg(t)en.

Mutter sein, das wird nicht an Perfektion gemessen. Gemessen wird am Einsatz: Mahlzeiten gekocht. Hol- und Bringservice. Tipps fürs Leben. Engagement hier und da: Mütter sind Allroundtalente. Manche Mütter haben Trauer erlebt, weil sie ein Kind begraben mussten. Für diesen Schmerz gibt es keine Worte. Für andere ist es kompliziert: zerbrochene Beziehungen, Abwesenheit, Enttäuschung.

Gut, dass Fruchtbarkeit sich nicht nur auf die Biologie beschränkt: Es gibt geistliche Mütter, die andere betreuen, lehren, ermutigen und fürs Leben beten. Es gibt Frauen, die Generationen geprägt haben, ohne jemals ein Kind zur Welt gebracht zu haben. Auch sie sind in gewisser Weise Mütter.

Mütter sind eingeladen, Ja zu Gott zu sagen, auch wenn er ihre Pläne durchkreuzt hat. Es gilt darauf zu vertrauen, dass Gott eine größere Geschichte schreibt, als wir sie sehen oder verstehen können.

Bitte am Muttertag nicht nur Blumen verschicken oder vorbeibringen. Kinder sind eingeladen, Dankbarkeit auszusprechen, solange sie können. Die Hände, die die Wiege schaukelten, gestalteten auch die Zukunft. Meine Mutter lebt im Altersheim. Sie kennt mich nicht mehr. Spätestens jetzt ist es wichtig, dass ich sie kenne: Danke und alles Liebe, Mama, zum Muttertag.

Bleiben Sie gesund und behütet.

Pastor Burkhard Heupel
Emmaus-Gemeinde

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